Ritter und Mittelalter
Taucht gemeinsam in die Welt der Burgen, Ritter und großen Abenteuer ein!



So funktioniert’s
Ein Rollenspiel rund um das Mittelalter kann auf ganz unterschiedliche Weise gespielt werden. Es eignet sich für ein einzelnes Kind ebenso wie für Geschwister, Freunde oder eine ganze Familie. Auch wie stark sich die Erwachsenen am eigentlichen Spiel beteiligen, kann ganz individuell entschieden werden. Vielleicht schlüpft ihr selbst in die Rolle eines Ritters, einer Königin oder eines geheimnisvollen Burgbewohners. Vielleicht helft ihr aber auch lieber dabei, eine Burg zu bauen, Ausrüstung herzustellen oder gemeinsam eine spannende Geschichte zu entwickeln. Bei uns begann alles mit dem Interesse der Kinder an Rittern, Burgen und dem Leben im Mittelalter. Gemeinsam betrachteten wir Bilderbücher, hörten Geschichten und besuchten Burgen. Nach und nach entstand daraus eine immer größere Spielwelt. Mit jedem neuen Abenteuer kamen weitere Kostüme, Requisiten, Figuren und Ideen hinzu. Das Spiel reichte schließlich vom ganz normalen Alltag auf einer Burg bis hin zu großen Reisen, Turnieren und heldenhaften Abenteuern.
Gemeinsam Wissen entdecken
Bevor das eigentliche Rollenspiel beginnt, könnt ihr euch gemeinsam mit dem Mittelalter beschäftigen. Das ist jedoch kein Muss. Wie viel Hintergrundwissen ihr benötigt, hängt vom Alter, vom Interesse und vom Charakter der Kinder ab. Eine besonders schöne Möglichkeit ist der Besuch einer Bibliothek. Dort findet ihr häufig zahlreiche Kinderbücher über Ritter, Burgen, Könige, Handwerker und das Leben im Mittelalter. Bücher mit vielen Bildern eignen sich auch für jüngere Kinder, die längeren Texten noch nicht so gut folgen können. Auch Hörbücher und Hörspiele können eine tolle Einstimmung sein. Die Geschichten regen die Fantasie an und lassen sich nebenbei beim Malen, Basteln oder Spielen hören. Natürlich bietet auch das Internet viele Möglichkeiten, sich zu informieren. Bücher und Hörspiele schaffen jedoch häufig eine besonders ruhige und gemütliche Atmosphäre abseits von Bildschirmen. Vielleicht besucht ihr auch eine Burg, eine Burgruine oder ein mittelalterliches Museum in eurer Nähe. Schon ein Spaziergang durch alte Mauern kann zahlreiche neue Spielideen entstehen lassen. Hat euer Kind wenig Geduld für Bücher oder ist lieber ständig in Bewegung, könnt ihr das Wissen auch direkt in das Spiel einbauen. Während ihr gemeinsam eine Burg bewacht, ein Fest vorbereitet oder euch um die Pferde kümmert, könnt ihr ganz nebenbei erzählen, wie die Menschen damals lebten. So muss das Lernen nicht vor dem Spiel stattfinden. Es kann ganz natürlich ein Teil davon werden.
Die passende Rolle finden
Die Welt des Mittelalters bietet eine große Auswahl an Rollen. Manche Kinder möchten mutige Ritter oder Ritterinnen sein, andere lieber über ein Königreich herrschen, Schätze stehlen oder als Barde durch das Land ziehen. Mögliche Rollen sind zum Beispiel:
- Ritter oder Ritterin
- König oder Königin
- Prinz oder Prinzessin
- Page oder Knappe
- Burgwache
- Barde oder Bardin
- Dieb oder Diebin
- Schmied oder Schmiedin
- Heiler oder Heilerin
- Koch oder Köchin
- Händler oder Händlerin
- Stallmeister oder Stallmeisterin
- Bote oder Botin
- Burgherr oder Burgherrin
- Magier, Hexe oder Drache
Dabei müsst ihr euch natürlich nicht streng an die historische Wirklichkeit halten. In eurer gemeinsamen Spielwelt darf es mutige Prinzessinnen, freundliche Drachen, geheimnisvolle Zauberer oder einen Bauernjungen geben, der das ganze Königreich rettet. Entscheidend ist nicht, ob eine Rolle historisch perfekt dargestellt wird. Wichtig ist, dass sie dem Kind Freude bereitet und seine Fantasie anregt.
Requisiten und Kostüme gemeinsam herstellen
Schon wenige einfache Gegenstände können dabei helfen, vollständig in eine Rolle einzutauchen. Die meisten Requisiten lassen sich aus Holz, Stoff, Pappe, Papier oder vorhandenen Alltagsgegenständen herstellen. Aus einem Stück Stoff wird ein Umhang, aus Pappe ein Schild und aus einer alten Schachtel eine Schatztruhe. Eine Decke über zwei Stühlen kann bereits als Burgtor dienen. Ein Tisch wird zur königlichen Tafel und ein selbst gemaltes Wappen macht aus dem Kinderzimmer eine Ritterburg. Je nach Interesse der Kinder könnt ihr unter anderem folgende Dinge gestalten:
- Schwerter und Schilde
- Kronen und Helme
- Umhänge und einfache Kostüme
- Wappen und Flaggen
- Schatzkarten und Urkunden
- Goldmünzen aus Pappe
- kleine Burgen oder Burgtore
- Schriftrollen und geheime Botschaften
- einfache Musikinstrumente für Barden
- Marktstände, Gefängnisse oder eine königliche Tafel
Das gemeinsame Herstellen der Ausrüstung kann dabei genauso wertvoll sein wie das spätere Spiel. Auch Erwachsene, die nicht so gern selbst in eine Rolle schlüpfen, können sich hier wunderbar beteiligen. Vielleicht wird gemeinsam ein besonders schönes Holzschwert gefertigt, eine Krone gebastelt oder aus einem alten T-Shirt ein Umhang genäht. Dabei geht es nicht darum, perfekte Kostüme zu erschaffen. Oft sind es gerade die einfachen und selbst gemachten Dinge, mit denen Kinder besonders gern spielen. Außerdem entstehen beim gemeinsamen Basteln Gespräche, Ideen und Erinnerungen, die weit über das fertige Ergebnis hinausgehen. In unserem Download- und Social-Media-Bereich werden wir nach und nach weitere Ideen, Vorlagen und Anregungen für passende Requisiten veröffentlichen.
Das Rollenspiel beginnt
Sobald Rollen und erste Requisiten gefunden sind, kann das Abenteuer beginnen. Für den Einstieg braucht ihr noch keine vollständig ausgearbeitete Geschichte. Häufig reicht eine einfache Ausgangssituation: Die Burg muss auf den Besuch des Königs vorbereitet werden. Ein Bote bringt eine geheimnisvolle Nachricht. Ein wertvoller Gegenstand ist verschwunden. Ein neuer Knappe beginnt seine Ausbildung. Oder vor dem Burgtor steht plötzlich ein unbekannter Reisender. Aus einer solchen kleinen Situation entwickelt sich das Spiel meist ganz von allein. Bei uns begann das Abenteuer häufig mit der Ausbildung zum Ritter. Zunächst wurde das Kind zum Pagen ernannt, später zum Knappen und schließlich feierlich zum Ritter geschlagen. Während dieser Ausbildung mussten verschiedene Aufgaben erfüllt, Fähigkeiten erlernt und kleine Prüfungen bestanden werden. Als Ritter folgten dann zahlreiche Abenteuer. Dabei könnt ihr euch stärker an historischen Vorbildern orientieren oder eure ganz eigene Welt erschaffen. In einer realistischeren Variante beginnt die Geschichte vielleicht mit dem Alltag auf der Burg, der Pflege der Pferde oder dem Training mit dem Schwert. In einer fantasievolleren Geschichte kann ein unbekanntes Kind durch Mut, Hilfsbereitschaft und kluge Entscheidungen zu einem großen Helden werden. Beides lässt sich auch wunderbar miteinander verbinden.
Alltag auf der Burg
Nicht jedes Rollenspiel benötigt einen Kampf oder ein großes Abenteuer. Auch der Alltag auf einer Burg bietet viele Möglichkeiten. Die Kinder können beispielsweise:
- die Burg bewachen
- Mahlzeiten für ein Fest vorbereiten
- Nachrichten überbringen
- Pferde versorgen
- Waren auf einem Markt verkaufen
- einen hohen Gast empfangen
- ein Turnier vorbereiten
- die Vorräte kontrollieren
- eine Gerichtsverhandlung abhalten
- ein Wappen für ihre Familie entwerfen
- eine Feier oder Krönung veranstalten
Solche Alltagssituationen eignen sich besonders gut für jüngere Kinder oder für einen ruhigen Einstieg. Gleichzeitig lassen sich dabei ganz nebenbei viele Dinge über das Leben im Mittelalter erzählen.
Die Erwachsenen als Begleiter
Eltern müssen nicht dauerhaft die Hauptrollen übernehmen. Oft genügt es schon, das Spiel anfangs etwas anzustoßen. Ihr könnt zum Beispiel als Bote eine Nachricht überreichen, als Burgherr einen Auftrag erteilen oder als Händler eine wichtige Information weitergeben. Danach können die Kinder die Geschichte selbstständig fortsetzen. Auch außerhalb einer festen Rolle könnt ihr das Spiel unterstützen:
- Stellt offene Fragen: „Was möchtest du jetzt tun?“
- Gebt kleine Hinweise, wenn die Geschichte ins Stocken gerät.
- Lasst die Kinder möglichst viele Entscheidungen selbst treffen.
- Greift ihre Ideen auf, auch wenn sie anders verlaufen als erwartet.
- Helft dabei, neue Gegenstände oder Orte in das Spiel einzubauen.
Kinder müssen nicht ständig angeleitet werden. Häufig reicht ein kleiner Impuls, damit aus einer einfachen Idee ein langes Abenteuer entsteht.
Es gibt kein richtig oder falsch
Rollenspiele leben von Fantasie, Spontaneität und gemeinsamen Ideen. Die Geschichte muss nicht logisch, historisch korrekt oder von Anfang bis Ende geplant sein. Vielleicht beginnt das Spiel mit einem Ritterturnier und endet damit, dass ein Drache zum königlichen Koch ernannt wird. Vielleicht möchte ein Kind mitten im Abenteuer die Rolle wechseln oder aus dem gefährlichen Räuber plötzlich einen Freund machen. All das gehört dazu. Versucht, die Ideen der Kinder aufzugreifen und gemeinsam weiterzuentwickeln. Besonders schön wird das Spiel, wenn nicht nur Erwachsene die Richtung vorgeben, sondern alle Beteiligten etwas zur Geschichte beitragen dürfen.
Mehr als nur ein Spiel
Ein mittelalterliches Rollenspiel fördert nicht nur die Fantasie. Ganz nebenbei können Kinder viele unterschiedliche Fähigkeiten ausprobieren und weiterentwickeln. Sie erfinden Geschichten, lösen Probleme, treffen Entscheidungen und lernen, sich in andere Rollen hineinzuversetzen. Beim gemeinsamen Basteln werden Kreativität und Geschicklichkeit gefördert. Beim Spielen mit mehreren Kindern geht es außerdem um Zusammenarbeit, Absprachen und den Umgang mit unterschiedlichen Ideen. Vor allem aber entsteht gemeinsame Zeit. Aus einem einfachen Umhang, einem Pappschild und einer kleinen Idee kann eine Spielwelt entstehen, die euch über Wochen, Monate oder sogar Jahre begleitet. Neue Bücher, Ausflüge und Erlebnisse können immer wieder in diese Welt einfließen und sie weiter wachsen lassen.
Eure Reise ins Mittelalter
Ihr müsst nicht sofort eine vollständige Burg bauen oder zahlreiche Kostüme herstellen. Beginnt mit dem, was gerade vorhanden ist. Ein Handtuch wird zum Umhang. Ein Kochlöffel wird zum königlichen Zepter. Ein Stück Pappe wird zum Wappen. Dazu kommt eine einfache Aufgabe – und schon kann die Reise beginnen. Im Downloadbereich von Flying Trees möchten wir euch zukünftig verschiedene Spielszenarien, Rollen, Aufgaben und Vorlagen zur Verfügung stellen. Diese können euch dabei helfen, ein neues Abenteuer zu beginnen oder ein ins Stocken geratenes Rollenspiel wieder in Bewegung zu bringen. Bis dahin gilt: Öffnet die Burgtore, verteilt die Rollen und findet heraus, welches Abenteuer heute auf euch wartet.

Abenteuer erleben.
Ideen entwickeln.
Kreativität entdecken.
Immer mehr Kinder verlieren die Freude am Zeichnen, bevor sie richtig begonnen haben.
Frust über misslungene Bilder, zu hohe Erwartungen oder fehlende Anleitung nehmen ihnen den Mut, kreativ zu sein.
Dabei steckt Kreativität in jedem Kind, es braucht nur den richtigen Zugang.
